Medienanalyse - Ein praktischer Leitfaden im Rahmen der Double Materiality Assessment
Last updated: March 7, 2025
Eine Medienanalyse ist ein integraler Bestandteil des Double Materiality Assessment (DMA)-Prozesses. Sie hilft Unternehmen, potenzielle Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit den Umwelt-, Sozial- und Governance-Kennzahlen zu identifizieren, die die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) bilden.
Durch die Analyse verschiedener Quellen wie Nachrichtenartikel, Peer-Reviews, wissenschaftliche Arbeiten und andere relevante Veröffentlichungen können Unternehmen eine umfassende Liste von Themen erstellen, die für ihre Geschäftstätigkeit wesentlich sind. Neben der Stakeholder-Beteiligung bildet die Medienanalyse ein zentrales Element der Forschungsphase des DMA. Dieser Leitfaden bietet einen Schritt-für-Schritt-Ansatz für die Durchführung einer effektiven Medienanalyse.
Schritt 1: Ziele und Umfang festlegen
Zielsetzung: Definieren Sie, was Sie mit der Medienanalyse erreichen möchten. Möchten Sie die Auswirkungen Ihrer Unternehmen auf den Klimawandel (Impact Materiality) sowie die Risiken & Chancen, die der Klimawandel für Ihr Unternehmen darstellt (Financial Materiality), identifizieren, oder beides?
Wir empfehlen, eine Medienanalyse sowohl für Impact als auch für Financial Materiality durchzuführen.
Festlegung des Umfangs: Geben Sie den geografischen Umfang (global, regional oder lokal) und den Zeitraum (aktuell oder über mehrere Jahre) für die Medienanalyse an. Berücksichtigen Sie alle 10 ESRS-Themen sowie unternehmensspezifische Themen (diese sind Themen, die spezifisch für die Geschäftstätigkeit Ihres Unternehmens sind).
Schritt 2: Daten sammeln
Quellenidentifikation: Daten aus verschiedenen Quellen sammeln:
Medienberichte: Nach aktuellen Nachrichtenartikeln und Berichten von glaubwürdigen Nachrichtenquellen suchen.
Google-Schlüsselwörter, einschließlich einer Kombination aus:
Ihrem Firmennamen
Ihrem Sektor
Den zehn ESRS-Themen
Peer-Analyse: Branchenberichte und Analysen überprüfen, die Praktiken und Standards unter Gleichgesinnten vergleichen.
Direkte und indirekte Peers berücksichtigen und bewerten, was sie zu ESG veröffentlicht haben.
Dies nutzen, um Ihren eigenen Prozess und Ihre Kennzahlen mit denen der Peers zu vergleichen
Sektor-spezifische Benchmarks: Benchmarks und Indizes verwenden, die Leistungskennzahlen speziell für Ihren Sektor bereitstellen.
Beispiele sind:
Scope 1, 2 und 3
ESG-Kennzahlen wie Mitarbeiterschätzungen
Offenlegung zu Auswirkungen, Risiken und Chancen
Nachhaltigkeitstrends und Risiken: Veröffentlichungen zu aktuellen und aufkommenden Nachhaltigkeitstrends einbeziehen.
Berücksichtigen Sie Nachhaltigkeitsberichte führender Think Tanks, NGOs und Forschungsinstitute
Wissenschaftliche Artikel: Akademische Zeitschriften zu Forschungsstudien konsultieren, die für Ihre Branche und Nachhaltigkeitspraktiken relevant sind.
Google-Schlüsselwörter, einschließlich einer Kombination aus:
Ihrem Firmennamen
Ihrem Sektor
Den zehn ESRS-Themen
Google Scholar verwenden, das kostenlos ist.
ResearchGate veröffentlicht ebenfalls kostenlose Papiere.
Schritt 3: Datenanalyse
Inhaltsanalyse: Den Inhalt systematisch untersuchen, um Daten zu Risiken, Auswirkungen und Chancen zu extrahieren. Dabei auf Häufigkeit (wie oft Themen erscheinen) und Sentiment (positiv, negativ oder neutral) achten.
Thematische Clusterbildung: Den Inhalt mit relevanten ESRS-Unterthemen verbinden. So können Sie die Zusammenhänge beim Erstellen Ihres Nachhaltigkeitsberichts leichter herstellen.
Dies festigt auch den Audit-Prozess, da Sie gezeigt haben, dass die Materialität von (Unter-)Themen auf externen Forschungen basiert.
Schritt 4: Entwicklung einer Longlist
Priorisierungskriterien: Kriterien festlegen, um die Themen basierend auf ihrer Bedeutung (wie durch die Medienanalyse bestimmt) und dem Interesse der Stakeholder zu priorisieren.
Erstellung der Longlist: Alle identifizierten und analysierten Themen auflisten. Diese Liste sollte umfassend sein und eine breite Palette materieller Aspekte aus der Medienanalyse erfassen.
Schritt 5: Validieren und verfeinern
Stakeholder-Engagement: Die Longlist mit internen und externen Stakeholdern zur Rückmeldung teilen. Dies kann Mitarbeiter, Kunden, Investoren und Branchenexperten umfassen.
Coolset verfügt auch über Stakeholder-Engagement-Vorlagen, die wir mit Ihnen teilen können.
Verfeinerung: Basierend auf dem Feedback die Liste verfeinern. Weniger relevante Themen entfernen und diejenigen hervorheben, die die meisten Belege und Stakeholder-Interesse aufweisen.
Schritt 6: Ergebnisse dokumentieren
Fassen Sie Ihre Ergebnisse klar und präzise zusammen. Heben Sie die wichtigsten Auswirkungen, potenzielle Risiken und Chancen pro relevantem ESRS-Thema hervor. Diese Dokumentation wird Ihre Auswirkungen und finanziellen Wesentlichkeitsbewertungen informieren.
Siehe das Beispiel unten, wie relevante Quellen im Coolset-Portal berichtet werden.

Fazit
Die Medienanalyse ist ein entscheidender Schritt im DMA-Prozess und bietet eine datengetriebene Grundlage für die Identifizierung und Priorisierung materieller Themen. Durch die Befolgung dieses strukturierten Ansatzes können Unternehmen Medieneinblicke effektiv nutzen, um ihre Nachhaltigkeitsstrategien und Berichterstattung zu steuern und mit den ESRS-Richtlinien in Einklang zu bringen.